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Übersäurung

So lautet eine typische Frage

Jetzt habe ich schon öfter gelesen und gehört, wie wichtig es ist, seinen Körper vor Übersäuerung zu schützen, welche Nahrungsmittel sollte man da bevorzugt einnehmen? Können all diese Maßnahmen wirklich vor ernsthaften Erkrankungen schützen, oder ist alles nicht, wie von anderer Seite oft behauptet, sowieso schon genetisch vorprogrammiert?.


Antwort

Mit dem Begriff "Azidose" (Übersäuerung) bezeichnet man in der Medizin eine Störung im Säure-Basen-Haushalt mit Senkung des Blut-pH-Wertes unter die untere Normgrenze durch vermehrte Zufuhr oder Bildung von Säuren oder durch vermehrte Bicarbonatverluste. (z.B. bei Nierenversagen, diabetischem Koma oder Fasten).

In der Naturheilkunde bezeichnet man mit Übersäuerung eine einseitige Belastung des Organismus mit saueren und säurebildenden Nahrungsmitteln, ohne dabei unbedingt den pH-Wert des Blutes als unter dem Normbereich liegend gemessen zu haben.
Es wird behauptet, dass bei der latenten oder chronischen metabolischen Azidose der Blut-pH-Wert innerhalb des Normbereiches geringfügig zum Sauren hin verschoben wird, und dass die Pufferkapazität des Blutes vermindert wird. Dieser angebliche Überschuss an Säuren wird als die Ursache für die meisten Krankheiten betrachtet.

Man sollte aber wissen, dass nicht alles, was sauer schmeckt, auch säurebildend ist. Die eigentliche Wirkung im Körper hängt von der dort stattfindenden Verarbeitung ab. Die organischen Säuren, die in Obst und Gemüse enthalten sind und die Milchsäure, die den Milchprodukten den saueren Geschmack verleiht, werden vom Körper problemlos umgewandelt und abgesondert. Diese Säuren werden zu Kohlensäure und Wasser abgebaut, die durch Nieren ausgeschieden und durch Lungen in Form von Kohlenstoffdioxid ausgeatmet werden. Im Organismus bleibt ein basischer Anteil im Überschuss zurück. Dagegen wirken die geschmacksneutralen Eiweiße, süße, fette und ölige Speisen säurebildend

Einige Forschungsergebnisse bestätigen, dass durch zu großen Eiweißverbrauch und den Verbrauch von raffinierten Nahrungsmitteln, deren Reste im Körper halb verbrannt zurückbleiben und Ablagerungen in Form von Polymucosacchariden auf der Basalmembran der Kapillaren, Zwischenzellräumen und in Bindegeweben bilden. Diese Ablagerungen, die sauere Eigenschaften haben, behindern die Versorgung der Zellen mit den notwendigen Nährstoffen und chemischen Substanzen und beeinträchtigen die Funktionen der Gewebe.

Einige pH-Werte

Mageninhalt 1,0 - 3,0 (sauer)
Erfrischungsgetränke 2,0 - 4,0 (sauer)
Zitrone 2,2 - 2,4 (sauer)
Apfel 2,9 - 3,3 (sauer)
Butter 6,1 - 6,4 (sauer)
Milch (Kuh) 6,3 - 6,6 (sauer)
Milch (Mensch) 6,6 - 7,6 (sauer-basisch)
Blutplasma (Mensch) 7,3 - 7,5 (basisch)
Eiweiß (Hühnerei) 7,6 - 8,0 (basisch)

Die kleine Menge an extra Säure oder Base, die mit der Nahrung in den Organismus kommt, bleiben für das Regulationssystem irrelevant. Sie lassen sich sofort durch Puffersystemen und Ausscheidungsvorgänge korrigieren. So kann man die latente Übersäuerung weder begründen noch belegen.
Es ist auch ein Irrtum, sich aus dem pH-Werte des Urins, wenn dieser im sauren Bereich liegt, ein Urteil über "Übersäuerung" des Blutes machen zu können. Das einzige, worauf es deutet, ist, dass die Nieren in der Lage sind, die Säuren auszuscheiden, und dass deshalb im Körper weniger Säuren bleiben. Mit diesem Test kann man lediglich die Funktionsfähigkeit der Nieren beurteilen

Die Grundlage jeder rationalen Ernährung sollte vitalstoffreiche Vollwert- und Frischkost bilden, die den Mindestbedarf an Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen, Spurenelementen, ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen deckt. Raffinierte Nahrungsmittel wie Weißmehl, weißer Zucker und Fabrikfette sollten vermieden werden.

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